Projektart:
Anfrage:
Objekt:
Ilan and Asaf Ramon International Airport
Typ:
Flughafen
Ort:
Negev Wüste [Satellit]
Staat:
Israel
Architekt:
Materialien:
Beton, Aluminiumfassade, Glas
Publiziert:
structure 06.02.2019
Seiten:
online
Inhalt:
[Artikel]      
 

Ilan and Asaf Ramon International Airport, Negev- Wüste, Israel

Felsformation neben der Landebahn

Im Frühjahr geht im Süden Israels, 25 km nördlich Eilat der Ilan and Asaf Ramon International Airport in Betrieb. Der bisherige Flugplatz von Eilat wird zugunsten des urbanen Wachstums aufgegeben. Der neue Flugplatz liegt inmitten der Wüste und orientiert sich formal am dort vorgefundenen: An Felsen.
Eilat liegt in der Südspitze, des Dreiecks, das die Staatsgrenzen von Israel im Bereich der Negev- Wüste bilden. Die rd. 50.000 Einwohner zählende Hafenstadt liegt am Nordende des Golf von Akaba und der schmale, hier von Ost nach West verlaufende Küstenstreifen bildet Israel's Zugang zum Roten Meer. Insofern verwundert es nicht, dass der alte Flugplatz nicht weit vom Strand entfernt ist und die letzten Jahrzehnte die Stadt um diesen herum gewachsen ist. Tatsächlich schaut man aus nahen Häusern direkt auf die Landebahn, die im Satellitenbild als ein breiter innerstädtischer Boulevard erscheint.
Der neue Ilan and Asaf Ramon International Airport liegt gut 25 km nördlich von Eilat. Mit seiner Eröffnung wird der bisherige geschlossen und zu einem Teil der Innenstadt weiterentwickelt. Das Terminal wurde von Amir Mann und Ami Shinar Architekten aus Tel Aviv entworfen. Da das Gelände mitten in der Wüste liegt, fühlten sich die Planer einerseits unbelastet von irgendwelchen typologischen Formen, die es zu adaptieren galt, andererseits suchten sie nach inspirierenden Strukturen für ihren Entwurf. Diese fanden sie in den Felsformationen des nahen Tamni Nationalparks.
Das realisierte Ensemble besteht aus vier Bauteilen, deren weiße Außenhaut sich zu wild gefalteten Freiformen auftürmen: Einem mittigen Hauptgebäude, zwei dies entlang des Rollfeldes flankierenden Service- Einheiten und schließlich den expressiven Tower. Das Terminal besteht aus einer Skelettkonstruktion aus Stahlbeton. Sie ist eingefasst mit einer isolierenden und die intensive Sonneneinstrahlung reflektierenden, reinweißen Aluminiumverkleidung, die aus dreieckig angeordneten Paneelen erstellte wurde.
Das Gebäudeinnere besteht aus einer natürlichen Bambusverkleidung, die im harten Kontrast zur technoiden Außensilhouette steht. Glasfassaden teilen das Passagierterminal an seinen Ein- und Ausgängen sowie Terrassen in ankommenden und abgehenden Passagierverkehr auf, zudem werden so die Sicherheitsprozesse organisiert. Über einen begrünten Innenhof mit einem Freiluftcafé gelangt natürliches Licht tief in das Gebäude hinein. Tatsächlich kann dem intim erscheinenden Ort inmitten des Terminals einen Oasencharakter inmitten der hektischen Reiseabfertigung attestiert werden. Eine weitere Besonderheit des Hauptgebäudes ist seine dem Rollfeld zugewandte große Glasfläche, die jederzeit den Reisenden Rückschluss über die aktuellen Flugbewegungen gibt.
Statisch bemerkenswert sind vor allem die abstrahieren Baumstützen, die das Dach der großen Halle tragen und die in eigentümlicher Weise abgeknickt sind. Durch ihre Ausbildung entstehen enorme Horizontalkräfte, welche in der Dachkonstruktion kompensiert werden. Damit verteilten die Planer aber auch die Stützenauflast auf vier Auflagerpunkte in der Deckenfläche und minimierten so subtil Durchstanzneigung im Bereich der Stütze, nicht zuletzt auch wegen der ohnehin zusätzlich erforderlichen Horizontalkraftbewehrung.
Robert Mehl, Aachen
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