Projektart:
Anfrage:
Objekt:
Agfa-Hochhaus
Typ:
Hochhaus
Ort:
München [Karte]
Staat:
Deutschland
Architekt:
Hild und K 🔗, München
Materialien:
Betonfertigteile, Glas
Publiziert:
Beton Bauteile 2012-2
Seiten:
16
Inhalt:
[Artikel]  [2]      
 

Interview mit Hild und K Architekten

Höhere Formbarkeit und Qualität

Anlässlich einer Begehung des neuen Hochhauskomplexes auf dem ehemaligen Agfa- Gelände in München besuchten wir das ebenfalls dort ansässige Architekturbüro Hild und K. Dort trafen wir Andreas Hild und seinen hierfür verantwortlichen Projektleiter Matthias Haber zu einem Gespräch.
Was ist für Sie die besondere Qualität beim Arbeiten mit Betonfertigteilen?
Die generelle Qualität der Bauteile ist höher als die bei Ortbeton. Und die Qualität ist besser steuerbar. Da die Fertigteile ja im Liegen gegossen werden, kann man die Formbarkeit ganz anders beeinflussen. Auf der anderen Seite hat man bei Fertigteilen den Nachteil, dass man hier einen deutlich höheren Fugenanteil hat, mit denen man umgehen muss. Generell kann man aber nicht sagen, Betonfertigteile sind besser als Ortbeton: Beide Bauweisen haben ihre Vor- und Nachteile, die man beachten und mit denen man umgehen können muss.
Sind Sie bei dem Agfa- Hochhaus mit Betonfertigteilen als Materialwahl zufrieden gewesen?
Eine solche Fassade wäre in Ortbeton nicht zu bauen gewesen. Insofern ist es eine Betonfertigteilkonstruktion, die auf die Bedingungen der Bauweise hin optimiert worden ist. Ortbeton ist keine Alternative als Fassadenmaterial. Im Normalfall könnte man damit nur eine kerngedämmte Fassade ausführen. Allerdings kann man unserer Auffassung nach eine vorgehängte Fassade nur in Betonfertigteilen realisieren. Durch die Fertigung im Werk konnte zudem eine deutlich höhere Maßgenauigkeit der einzelnen Elemente konsequent gewährleistet werden. Dazu wäre so ein Z- Element von der Form her in Ortbeton gar nicht betonierbar gewesen.
Hatten Sie besondere Anforderungen an die Oberfläche der Betonelemente?
Die Oberfläche ist gesäuert. Sie wurden nach dem Erstarren in ein Säurebad gelegt, womit kleinere Oberflächenunebenheiten herausgeätzt wurden. So ist eine samtige und zugleich rauere Betonoberfläche, vergleichbar mit der von Naturstein, entstanden. Sie erscheint so auch deutlich homogener als eine ganz glatte Betonfläche. Eine solche Beschaffenheit hat ferner den Vorteil, dass sie nicht so leicht verschmutzt. Anschließend wurden sie noch hydrophobiert und damit beständig gegen Feuchtigkeit gemacht. Das Erdgeschoss hat schließlich noch eine Anti- Graffiti- Beschichtung erhalten. Diese ist so angelegt, dass die Sprühlacke nicht in die Betonporen eindringen können und diese sich nach Spray- Attacken wieder gut reinigen lassen. Diese Schutzschicht wurde schon im Betonwerk aufgesprüht.
Sehr geehrter Herr Hild, sehr geehrter Herr Haber, wir danken für das Gespräch.
Das Gespräch mit den Architekten führte Robert Mehl, Aachen