Projektart:
Anfrage:
Objekt:
Typ:
Hotel
Ort:
Curanipe [Karte]
Staat:
Chile
Architekt:
WMR Arquitectos 🔗, Vitacura
Materialien:
Holz, Stahl, Glas
Publiziert:
DBZ Hotels 2015
Seiten:
7
Inhalt:
[Artikel]      
 

Hotel Punta Sirena

Seebebensicher

 
Das Punta Sirena Hotel liegt direkt an der chilenischen Pazifik- Küste, am Südende des Curanipe- Strandes, eines der weltweiten Topziele für Wind- und Kitesurfer. Letztlich auch aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zum Meer, war das Bestreben von WMR Arquitectos, den Bau auf eine unprätentiöse Weise Seebeben-, bzw. Tsunamisicher zu errichten. Dabei war die grundlegende Designidee, die einer liegenden Baumstruktur: aus lang gestreckten, schwergewichtigen Fundamenten ragen schlanke Stützen, die das eigentliche Gebäude tragen; ein mittleres Hochwasser würde dies nicht erreichen. Stärkeren Seebeben mit einer entsprechenden Flutwelle würde heutzutage jedoch eine Tsunamiwarnung vorweggehen und das Hotel müsste ohnehin evakuiert werden. Um jedoch in so einem Fall die Sachschäden möglichst gering zu halten, sind die, dem Meer zugewandten Flächen geschosshoch verglast, eine entsprechende Welle soll sie einfach durchschlagen. Das Konzept war, den Ausbau so leicht wie möglich zu gestalten, dass dieser widerstandslos fortgespült wird, der skelettierte Rohbau hingegen aber weitgehend intakt stehenbleibt.
Das Hotel besitzt 12 Zimmer und drei Schlafräume mit Doppelstockbetten. Ferner gibt es ein Restaurant, eine kleine Verwaltungseinheit, einen Yoga- Raum und einen Shop für Wind- und Kitesurfer. Die Anlage teilt sich auf in drei lang gestreckte Quader, die einen Innenhof umgeben und die vor dem vorherrschenden starken Südwind, dem Surazo, schützen. An dem Schnittpunkt der drei Volumina befindet sich der erwähnte Yoga- Raum.
Der ganze Bau basiert auf einem 4 x 4 m großen Kiefernholzmodul, dabei wurde das sichtbar belassene Holzskelett schwarz mit schwarzem Carbolineum gestrichen, dass sowohl gegen Feuchtigkeit, wie gegen Termiten schützt. Das ganze Hotel wurde bewusst sehr handwerklich und schlicht angelegt, seine Details schaffen eine natürliche und unkomplizierte Atmosphäre. Die Nacht im Paradies der Surfer kostet rund 190 Euro.
Robert Mehl, Aachen